Zahlen und Fakten

50 Bil. Zellen enthält der menschliche Organismus und alle sind Kopien der allerersten Zelle. Jede einzelne enthält 46 (23+23) Chromosomen, dass ist die sogenannte Doppelhelix. Diese DNA-Doppelhelix trägt unsere Erbinformationen, in etwa
2,3 Mrd. Nukleotiden (A T C G). Es würde
100 Jahre dauern, die DNA nur einer einzigen Zelle vorzulesen.
25.000 Gene bilden unser menschliches Genom. Sie sind Abschnitte auf der DNA-Helix, die alle eine spezifische Funktion ausführen.
1000 Gene sind in einem Chromosom enthalten.
700 Tril. Genkonstellationen sind möglich. Das macht jeden Menschen einzigartig, obwohl 99,9% der DNA identisch sind.
3.200 Gene versteht die Wissenschaft aktuell in ihrer Wirkungsweise.
250 Gene davon sind für den Sport wissenschaftlich verprüft und erwiesen.
4 Mio. wissenschaftliche Berichte dokumentieren diese genetischen Erkenntnisse.
1 Mio. wissenschaftliche Veröffentlichungen kommen jedes Jahr neu hinzu.

Die Sport- und Trainingsgenetik hat das Potenzial, zur Gesundheit und zum Wohlbefinden sowie zur Leistungssteigerung von Sportlern beizutragen. Die Anwendung der Genetik wird die Bereiche der Sport- und Bewegungswissenschaften und der Medizin erheblich voranbringen.

Fitness

Die Identifizierung genetischer Varianten, die die Variabilitäten in sportlichen und kardiovaskulären Belastungsmerkmalen bestimmen, bietet Sportlern erhebliche Vorteile: Genetische Varianten, die mit bestimmten sportlichen Fähigkeiten assoziiert sind, können zu einem besseren Verständnis der körperlichen Fähigkeiten beitragen und die Trainingsprotokolle optimieren. Individualisierte therapeutische Übungsprogramme können zur Frühintervention und Prävention chronischer Krankheiten sowie zur Leistungsoptimierung eingesetzt werden.

Sie können auch zur Identifizierung von Talenten oder zur Auswahl optimaler Sportarten beitragen, um das Talent bestimmter Athleten in der Zukunft zu maximieren.

Ist es nicht ein großer Vorteil, die eigenen sportlichen Stärken und Schwächen aus seinem genetischen Hintergrund zu kennen?

Frühere Zwillings- und Familienstudien deuten darauf hin, dass es eine mäßige Vererbbarkeit von „sportlichen und trainingsbezogenen Merkmalen“ gibt (z.B. sportliche Leistung, Reaktion auf Bewegungstraining und Fitnessniveau).

Eine kürzlich durchgeführte Meta-Analyse bei mehr als 5800 Hochleistungsathleten ergab verschiedene SNPs (single nucleopeptid region – einzelne Nukleopeptide in einer Region), die mit der Leistung korrelieren. Neun genetische Polymorphismen scheinen mit dem Status des Leistungssportlers assoziiert zu sein. Unter Polymorphismen versteht man, dass sich die Gene verschiedener Individuen in einzelnen Abschnitten minimal unterscheiden und ergeben daraus bei jedem Individuum eine einzigartige Konstellation, den „genetischen Fingerabdruck“.

Es gibt auch genetische Merkmale, die mit der muskulären Ausdauer assoziiert sind.

Unterstützung bezüglich der kardiorespiratorischen Fitnessreaktion, die teilweise durch die Genetik erklärt wird, sowie kardiometabolische oder morphologische Phänotypen finden sich z.B. in Publikationen, die auf der HERITAGE Family Study basieren.

Die Studie zeigte eine beträchtliche Heterogenität in der Veränderung der maximalen Sauerstoffaufnahme (VO2max) als Reaktion auf ein 20-wöchiges standardisiertes Bewegungstrainingsprogramm. Weitere Studien zeigten große individuelle Variabilitäten als Reaktion auf verschiedene Trainingsarten.

Insgesamt deuten die Erkenntnisse aus Studien mit menschlichen Zwillingen und Familienmitgliedern darauf hin, dass es beträchtliche interindividuelle Unterschiede in der Reaktion der kardiorespiratorischen Fitness und anderer kardio-metabolischer Merkmale auf eine gegebene Trainingsdosis gibt, die teilweise von genetischen Faktoren abhängig sind.

Verletzungs- und Krankheitsprävention

Verletzungen des Bewegungsapparates stellen bei Sportlern die häufigsten Beeinträchtigungen dar. Meist sind diese langwierig, verhindern ein regelmäßiges Training und verkürzen auch manchmal Karrieren.

Wissenschaftliche Studien fanden moderate Hinweise auf Korrelationen zwischen genetischen Faktoren und der Anfälligkeit für Verletzungen am Bewegungsapparat, wie Achillessehnenverletzungen, vordere Kreuzbandrupturen, Schulterverrenkungen, Muskelverletzungen und Stressfrakturen.

Genetische Varianten können Krankheits- und Verletzungsrisiken vorhersagen: Dies führt zu der Möglichkeit individuelle genabhängige, präventive und therapeutische Maßnahmen zur Erhaltung der Gesundheit und zur positiven Beeinflussung der Leistungsfähigkeit durchzuführen. Praktisch bedeutet dies, Trainingsinhalte und -belastung sowie funktionelles Training und Bewegungsmuster zu optimieren.

Zudem können spezifische präventivmedizinische Maßnahmen, wie z.B. präventive strukturdiagnostische Untersuchungen (Herzultrallschall, Belastungs-EKG, Cardio-MRT) und optimierte Ernährungs- und Physiotherapie, ergriffen werden.

Der Nachweis von genetischen Varianten, die mit Herzerkrankungen assoziiert sind, kann helfen, Sportler mit einem Risiko für den plötzlichen Herztod zu identifizieren. Eine professionelle begleitende Beratung wird empfohlen.

Kardiomyopathien und Kanalopathien (z.B. hypertrophe Kardiomyopathie, kongenitales Long-QT-Syndrom) sind die Hauptursachen für den plötzlichen Herztod (SCD) bei jungen Sportlern. Die meisten Fälle von SCD werden wahrscheinlich durch die Kombination einer erblichen Kardiomyopathie oder Kanalopathien mit intensivem Bewegungstraining verursacht. Die sportmedizinische Standardbeurteilung umfasst ein Screening der Familienanamnese und kardiovaskulärer Symptome, eine körperliche Untersuchung und häufig ein 12-Kanal-EKG in Ruhe und während des Trainings, sowie eine Herzultraschalluntersuchung. Die Bedeutung eines zusätzlichen genetischen Screenings nimmt zu, da die meisten Fälle von vererbter Kardiomyopathie und Kanalopathien monogen sind und für jede Erkrankung zahlreiche ursächliche Mutationen identifiziert wurden. Insbesondere bei Sportlern mit abnormalem Herz-Kreislauf-Screening, nicht eindeutiger kardialer Bildgebung und bei Sportlern mit einer familiären Vorgeschichte einer vererbbaren Herzkrankheit.

Sportbezogene Ernährung und Umweltfaktoren

Die Identifizierung genetischer Varianten, die für unsere individuelle Toleranz und Verstoffwechslung von Nährstoffen oder Umweltfaktoren verantwortlich sind, kann dazu beitragen, die Lebensqualität und das Training zu verbessern und damit die Leistung zu optimieren. So können Unverträglichkeiten mit Gesundheitsproblemen verbunden sein und die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen. Umgekehrt erhöht ein geeigneter Koffeinstoffwechsel die sportliche Leistungsfähigkeit.

Auch in diesem Bereich beeinflusst die Genetik wiederum, wie wir z.B. auf gluten- oder laktosehaltige Nährstoffe oder leistungssteigernde Substanzen wie Koffein reagieren und wie wir unseren Körper von schädlichen Substanzen wie Alkohol, Rauch oder Schadstoffen entgiften.

Medikamenten-Verträglichkeit

Unser Körper bestimmt auch, wie wir auf die unterschiedlichsten Medikamente reagieren. Studien ergaben, dass nur einem Drittel aller eingenommenen Medikamente den gewünschten Therapieerfolg erzielen, bei einem Viertel sind sogar unerwünschte Nebenwirkungen die Folge! Deine DNA gibt also auch Auskunft über Dein pharmakogenetisches Profil, damit es wirklich hilft, wenn Du ein Medikament zu Dir nimmst!

Psychologische Faktoren

Genetische Varianten können mögliche psychologische Verhaltensmuster vorhersagen. Diese lassen Dich Deine individuellen, genetisch bedingten, psychologischen Verhaltensmerkmale besser verstehen und bieten Dir das Potenzial, professionell mit ihnen zu arbeiten. Das führt zu einem besseren Verständnis von Dir selbst: Bist Du z.B. eher ein Krieger oder ein Grübler?

Vertrauen ist kein rationales Kalkül, sondern ein emotionales Erlebnis.

Teamplay – Unser gemeinsamer Fahrplan

Bevor wir loslegen, möchten wir Deine Herausforderungen und Erwartungen ganz genau kennen. Ein persönliches Gespräch mit Dir, auch gerne mit Deiner Vertrauensperson, schafft hier die richtige Basis. Wir legen gemeinsam ein auf Deine Bedürfnisse maßgeschneidertes Testdesign fest, klären die budgetären Möglichkeiten und besprechen die weitere Vorgehensweise.

Bei Vereinen oder Verbänden setzen wir uns mit den Verantwortlichen im Vorfeld hin, um gemeinsam das Optimum für die AthletInnen zu besprechen. Vor der Testung veranstalten wir dann zusammen mit den Athleten, Betreuerteams und Funktionären ein ausführliches Informations-Kick-off, bei dem wir die Möglichkeiten, welche eine DNA-Analyse bietet, erläutern, sowie alle offenen Fragen klären.

Projektplan und Angebot

Wir terminieren einen konkreten Projekt-Fahrplan und koordinieren die dafür notwendigen Ressourcen. Gemeinsam stimmen wir Ihre budgetären Zielvorstellungen ab. Danach erhalten Sie ein bindendes Angebot für alle Projektschritte.

Der DNA-Test

Nach unserem gemeinsamen Gespräch bekommst Du direkt von unserem Labor ein Test-Kit mit der Post oder per Kurier zugeschickt.

Alles, was wir von Dir benötigen, ist ein sogenannter Wangenabstrich, manchmal auch Speichelprobe genannt. Im Mundraum, genauer gesagt in der Mundschleimhaut, ist Zellmaterial. Dieses benötigen wir zum Auslesen Deiner DNA. Mit Hilfe eines Wattestäbchens wird dieses Zellmaterial aufgenommen. Genaue Anleitungen liegen bei und wir stehen Dir natürlich auch jederzeit beratend zur Verfügung. Nach Abnahme des Wangenabstrichs sowie der Unterzeichnung der Einverständniserklärungen für das Labor und der DNAthlete AG schickst Du das Test-Kit zurück.

Nach zwei bis vier Wochen erhälst Du ein Booklet mit all Deinen bestellten DNA-Aufschlüsselungen. Je nach Absprache erfolgt nun die Analyse und die Umsetzung Deiner Ergebnisse – mit uns und/oder Deinen Beratern, aber für DICH!

Datensicherheit

Die Sicherheit Deiner Daten ist uns enorm wichtig!

Unser Labor ist für die Durchführung medizinischer Gentests zugelassen. Medizinische Labors müssen besonders hohe Vorgaben beim Datenschutz erfüllen. Dort unterliegen alle Mitarbeiter derselben medizinischen Schweigepflicht wie Ärzte und Kliniken. Zum Schutz Deiner Identität werden die Proben nicht mit Namen, sondern mit einem verschlüsselten QR-Code versehen. Genetische und personenbezogene Kundendaten werden nach dem Eingang aufgeteilt und getrennt voneinander auf zwei unterschiedlichen Servern gespeichert. Nach erfolgreich durchgeführter Analyse wird die DNA auf sämtlichen Proben umgehend vernichtet.

Auch die DNAthlete AG arbeitet mit Deinen Daten. Unser Ziel ist, aus einem stetig wachsenden genetischen Datenpool sportart- und disziplinenspezifische Signifikanzen innerhalb der getesteten Genstrukturen zu entdecken, die sich offenbar leistungs- und erfolgsdominant auswirken. Das erlaubt uns eine Beratung hin zu einer zielsichereren Auswahl von HochleistungsathletInnen, eine erfolgsversprechendere Sportart- und Disziplinenzuweisung sowie natürlich eine punktgenauere und effektivere Trainings- und Athletenbetreuung. Dazu werden Deine Daten aber pseudonymisiert, sodass sie nur noch statistischen und wissenschaftlichen Zwecken dienen. Alle DSGVO-spezifischen Voraussetzungen, wie z.B. den persönlichen Wunsch einer Löschung des gesamten DNA-Analysedatensatz etc. bleiben natürlich bestehen. Den genauen rechtlichen Wortlaut dazu gibt es unter dem Stichwort Datenschutz ganz unten auf unserer Website.